
(Autor: Helge Fauskanger - Übs: Brigitte Raßbach)
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Blau geschriebene Abschnitte sind abgeändert, um sie an die deutsche Grammatik anzupassen!
Zu den Quenya-Demonstrativpronomen gehören sina „diese(r/s)“, tana „jene(r/s)“ (in einer frühen Quelle finden wir auch tanya), enta „jenes (dort drüben)“ offensichtlich mit Betonung auf der räumlichen Position, obwohl es sich auch auf etwas beziehen könnte, das in der Zukunft liegt, und yana „jenes (frühere)“ (zeitlich früher, verwendet für etwas, das in der Vergangenheit liegt, das Gegenteil von enta). Es ist wohl anzunehmen, dass die entsprechenden Pluralformen (die Wörter für „diese“ und „jene“) nicht auf -a enden, sondern auf -ë, da diese Demonstrativpronomen sich wahrscheinlich wie Adjektive verhalten. Demonstrativpronomen werden wohl nach dem Hauptwort platziert, zu dem sie eine Verbindung herstellen; Cirions Eid enthält vanda sina für „dieser Eid“ (wir können nicht sicher sein, ob die englische und deutsche Wortfolge sina vanda gleichermaßen gültig wäre, und die Wortreihenfolge, die wir in Cirions Eid sehen, wird durchgehend in den Übungen unten verwendet).
Wo es in einer Wendung verschiedene deklinierbare Wörter gibt, z. B. wenn einem Hauptwort ein attributives Adjektiv (oder Partizip) folgt, das es beschreibt, könnte eine Fallendung wohl an das letzte Wort der Wendung angehängt werden. Das Hauptwort selbst würde, wenn es nicht in der Einzahl steht, nur die einfachsten Endungen für den Numerus erhalten (die Endungen, die normalerweise mit dem Nominativ assoziiert sind, wie -i oder -r im Plural): Die Fallendung, die später in der Wendung folgt, würde dann noch festlegen, in welchem Fall die gesamte Wendung steht.
U-Stamm-Substantive endeten ursprünglich auf dem Vokal -u, das in Quenya in einem Wort ohne Endung zu -o wurde, wenn es final war, aber wo er nicht final ist, bleibt der Vokal nach wie vor -u-. So erscheint ein Wort wie ango „Schlange“ in einem Verbund als angu- (z. B. angulócë „Schlangen-Drache“), ebenso sicher wie vor pronominalen oder Fallendungen (z. B. angulya „deine Schlange“, oder Allativ angunna „zu einer Schlange“). Der Nominativ Plural von U-Stamm-Substantiven wird mit der Endung -i (statt -r) gebildet, und zumindest dort, wo ein Hauptwort auf -go oder -co endet, wird der finale Vokal, der für ein älteres u steht, vor der Pluralendung zu einem w. So lautet der Nominativ Plural von ango, angu- zum Beispiel angwi, und der Plural von ranco, rancu- lautet ranqui (diese Schreibweise steht für rancwi). Diese speziellen Plurale könnten sich auch in anderen Fällen wiederspiegeln, die Pluralendungen mit dem Vokal i haben, mit Sicherheit im Genitiv Plural (angwion, ranquion) und Dativ Plural (angwin, ranquin).
Die Ordinalzahlen von „vierte(r/s“) bis „neunte(r/s)“ werden gebildet, indem man den finalen Vokal der entsprechenden Kardinalzahl durch -ëa ersetzt, z. B. cantëa „vierte(r/s)“ von canta „vier“. Selbst die Ordinalzahlen (t)atya „zweite(r/s)“ und nelya „dritte(r/s)“ könnten eventuell durch attëa, neldëa ersetzt werden (vgl. die Kardinalzahlen atta „zwei“, neldë „drei“).
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| cantëa | vierte(r/s) |
| tana | Demonstrativpronomen „jener“ |
| enta |
Demonstrativpronomen „das [dort drüben]“, „jene(r/s)
dort“ (zeitlich
mit Bezug auf etwas in der die Zukunft) |
| yana |
Demonstrativpronomen „jene(r/s)“ = „der/die/das frühere“
(zeitlich, mit
Bezug auf etwas in der Vergangenheit) |
| sina |
Demonstrativpronomen „diese(r/s)“ |
| ango (angu-) | Schlange |
| sangwa | Gift |
| lómë (lómi-) | Nacht |
| polda | stark, stämmig (nur im physischen Sinn; das Verb pol- „können“ ist wahrscheinlich damit verwandt) |
| halla | groß, hochgewachsen |
| forya | rechts |
| Formen |
(der) Norden (vgl. Formenos, die
„Festung des Nordens“, von Feanor im Segensreich erbaut; das finale
Element -os ist verkürzt aus osto
„Festung, Stadt“.) |
Das vervollständigt unsere Liste der vier Himmelsrichtungen Númen, Hyarmen, Rómen, Formen = Westen, Süden, Osten, Norden (in ihrer ordnungsgemäßen „Mittelerde“-Reihenfolge). So wie Hyarmen „Süden“ mit dem Adjektiv hyarya „links“ verwandt ist, so ist Formen „Norden“ verwandt mit dem Adjektiv forya „rechts“, da der Bezugspunkt der einer Person ist, die nach Westen blickt (in Richtung auf Valinor).
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